
Der Weltenbaum
Der Weltenbaum gehört zur Mythologie vieler Völker und ist ein altes Symbol der kosmischen Ordnung. Er steht als Weltachse (axis mundi) im Zentrum der Welt. Seine Wurzeln reichen tief in die Erde und seine Wipfel berühren oder tragen den Himmel. Somit verbindet er die drei Ebenen Himmel, Erde und Unterwelt.
Unterschiedlich war jedoch die Vorstellung, wie viele Ebenen bzw. Welten es gibt. Von drei (Himmel, Erde, Unterwelt) bis hin zu beispielsweise neun Welten (Germanen). Manche Völker stellten sich auch vor, dass seine Spitze bis zum Polarstern reicht. In verschiedenen Kulturen wurden unterschiedliche Baumarten mit dem Weltenbaum verbunden, z. B. Birken, Eichen,, Eiben oder Eschen.
In der Regel bevölkern mythische Tiere den Weltenbaum. Bei indogermanischen Völkern sitzt häufig ein Adler in der Krone und eine Schlange befindet sich unten am Baum. In der indischen, germanischen und slawischen Mythologie herrscht Streit zwischen diesen beiden Tieren.
In einem vom alten Mesopotamien bis Indien grundlegenden Mythos reicht der Weltenbaum auf dem Gipfel des Weltenbergs (in Indien Meru) vertikal von der Unterwelt bis in den Himmel, wo die Götter wohnen, und wohin die Vögel fliegen, die in den Wipfeln des Baumes sitzen. Zugleich symbolisiert dieser Baum das Zentrum der vier Weltgegenden in einem kosmogonischen Modell, gelegentlich durch vier kleinere Bäume in den vier Weltgegenden ergänzt. Der Baum mit Vögeln ist auch ein Fruchtbarkeitssymbol und steht für die periodische Erneuerung des Lebens, abgebildet bereits auf bronzezeitlichen Siegeln und Amuletten von Tilla Tepe im heutigen Afghanistan ab Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. Mit demselben Motiv von Vögeln in der Baumkrone wurden in dieser Nekropole auch goldene Königskronen aus den ersten Jahrhunderten v. Chr. gefunden.
Weiterlesen auf: http://de.wikipedia.org/wiki/Weltenbaum

Es gibt viel mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als sich unsere Weisheit träumen lässt. (William Shakespeare)

Der Dreiweltenbaum steht für eine spirituelle Welt, die eine eigene Existenz hat. Die physische Realität ist nach schamanischem Denken ein kleiner Teil dieser spirituellen Wirklichkeit und ist auf dem Baum innerhalb der Mittleren Welt lokalisiert. Die Welten sind mit persönlichen und transpersönlichen Kräften - energiegeladenen Geistern - gefüllt, die sich z.B. in Form von Krafttieren, von Pflanzengeistern, von Lehrern usw. zeigen.
Max Planck, Albert Einstein, Niels Bohr, Paul Dirac und Heisenberg postulierten, dass alle materiellen und immateriellen Erscheinungen nur verschiedene Verdichtungsgrade ein und der selben Energie darstellen. Diese Urenergie nannten sie
Wenn wir das Nullpunktfeld als Urgrund, als potentielle Möglichkeit nehmen für jede mögliche Manifestation, so ist der Dreiweltenbaum die Metapher für all das, was sich aus dieser Urenergie heraus manifestiert, manifestiert hat oder manifestieren wird. Die grösste Dichte oder, anders ausgedrückt, die langsamste Schwingung finden wir in dem kleinen Teil der mittleren Welt, der für unsere alltäglichen Sinne wahrnehmbar ist, in unserer alltäglichen Wirklichkeit (AW). Für alle anderen Bereiche des Baumes gilt im Schamanismus der Begriff nicht alltägliche Wirklichkeit (NAW).
Es gab und gibt in allen Kulturen immer wieder Menschen, die die angeborene oder erlernte Fähigkeit haben, sich auf die verschiedenen Schwingungsebenen des Dreiweltenbaumes einzuschwingen und dort Informationen abzurufen. In indigenen Kulturen haben solche Menschen ihren angestammten und akzeptierten Platz innerhalb der Gemeinschaft. In westlich geprägten Gesellschaften, die den Intellekt über alle anderen menschlichen Fähigkeiten erhoben haben, ist das Verständnis für diese Art der Informationsbeschaffung zum grössten Teil ausgerottet worden und verloren gegangen. Frauen und Männer, die sich den Zugang zum Dreiweltenbaum bewahrt hatten, wurden verfolgt, gefoltert und hingerichtet. Seit Isaac Newton und René Descartes haben Wissenschafter dazu beigetragen, die Materie über den Geist zu erheben. Und nun sind es wieder Wissenschafter, die den Zusammenhang zwischen Geist und Materie neu entdecken. Schamanen wissen seit jeher, dass eine pauschale Wertung zwischen Materie und Geist, zwischen Verstand und Herz, keinen Sinn mach
Der Weltenbaum kann als Metapher angesehen werden für die Dreieinigkeit/Dreifaltigkeit des Alleinen, aber gleichzeitig auch jeden Individuums. (Beim Begriff Dreieinigkeit liegt der Fokus auf dem ganzheitlichen Sein, bei Dreifaltigkeit auf der individuellen Ausdrucksform.) In allen Mysterien findet sich die dreifache Natur. Beim Menschen Geist, Seele und Körper, in der christlichen Religion Vater, Sohn und Heiliger Geist usw. Das Wissen um die verschiedenen Ebenen der Schöpfung und des Menschseins sind uralt und findet sich in allen Hochkulturen wieder. Die Namen des Weltenbaumes, seiner Blätter und Wurzeln, sind verschieden und ändern sich durch die Zeit von Kultur zu Kultur, sogar von Mensch zu Mensch, doch das Wesen des Baumes bleibt stets dasselbe
"Wir spielen mit Kräften, die wir mit useren Namen nicht erfassen können, wie Kinder mit dem Feuer spielen, und es scheint einen Augenblick, als hätten alle Energien bisher ungebraucht in den Dingen gelegen, bis wir kamen, um sie auf unser flüchtiges Leben und seine Bedürfnisse anzuwenden. Aber immer und immer wieder in Jahrtausenden schütteln die Kräfte ihre Namen ab und erheben sich gegen ihre kleinen Herren, ja nicht einmal gegen sie - sie stehen einfach auf und die Kulturen fallen von den Schultern der Erde, die wieder gross ist und weit und allein mit ihren Meeren, Bäumen und Sternen." ( Rainer Maria Rilke)